Springer Professional – Daten sind die neue Währung

Springer Professional – Daten sind die neue Währung

Eine offene Bankarchitektur mit standardisierten Schnittstellen, digitale und mobile Expertise, der Einsatz von Biometrie und flexibel anpassbaren Sicherheitsstrukturen sowie die Blockchain verändern derzeit die Spielregeln in der Finanztechnologie. Dem müssen sich nicht nur Banken, sondern auch ihre Partner stellen.

Der Begriff „Plattform“ ist das neue Buzzword in der Finanzbranche. Denn Plattform-basierte Geschäftsmodelle ermöglichen Digitalisierung. Und je mehr Informationen ein Unternehmen einsammelt, desto relevanter ist es, erklärten Bill Nuti, President, Chief Executive Officer (CEO) und Chairman des SB-Geräteherstellers NCR, und zwei seiner Kollegen Mitte Juni 2017 auf der Konferenz „ATM & Cash Innovation Europe“ in London. „Daten sind die neue Währung“, betonte Nuti und versprach, NCR bis 2020 zum weltweit führenden Unternehmen für Plattform-basierte Lösungen zur Entscheidungsunterstützung auszubauen.

Mensch und Maschine teilen sich künftig Entscheidungen

Laut NCR gehen künftig nicht nur Daten von Unternehmen, zum Beispiel von Banken, in die Entscheidungsfindung ein. Sie werden um Informationen aus dem Internet der Dinge (IoT) und öffentlichen Daten angereichert, etwa aus den sozialen Netzwerken. Diese Analyse erlaubt automatisierte Entscheidungen, aber auch die Unterstützung von Verantwortlichen bei Fragen wie „Was ist passiert?“, „Warum ist es passiert?“ und „Was wird passieren?“, um zu besseren Entschlüssen zu kommen. Der Mensch ist also auch in Zukunft an Entscheidungen beteiligt.

Es gibt Fälle, in denen für eine menschliche Beteiligung aber keine Zeit bleibt. Künftig müssen Maschinen immer stärker selbst über die weitere Vorgehensweise entscheiden, paradoxerweise, um dem Kunden die Wahl zu lassen und ihm so das beste Erlebnis zu bieten. Ein Beispiel aus dem Sektor der künstlichen Intelligenz sind Chatbots, mit deren Einsatz Geldhäuser gerade experimentieren. „Erlauben Sie es Ihren Kunden zu entscheiden!“, drängen die NCR-Experten und fordern Kreditinstitute auf in Tests Erfahrungen zu sammeln. So lässt sich mittlerweile der Geldautomat, der 2017 seinen 50. Geburtstag feiert, wie Smartphones per Berührung steuern. Außerdem kann er einen Video-Call mit einem Bankmitarbeiter aufsetzen, wenn der Kunde Hilfe benötigt.

Innovative Lösungen dürfen Sicherheitsgefühl nicht verletzen

Mit Videokonferenzen hören die technischen Möglichkeiten aber nicht auf, mit denen sich Kreditinstitute in das Leben ihrer Kunden einklinken, ihn unterstützen und auf sich aufmerksam machen können. So könnte die Smartwatch des Kunden erkennen, wenn er in einen Supermarkt geht, um einzukaufen. Seine Bank oder Sparkasse, deren System diese Information empfängt, könnte ihm dann automatisch seinen Kontostand auf dem mobilen Endgerät anzeigen.

Dabei gilt es aber, das Sicherheitsgefühl des Kunden nicht zu verletzen, mahnt Vincenzo Fiore, CEO von Auriga, Anbieter von Multichannel-Applikationen für Banken. Er wundert sich nicht über die immer noch große Zahl von Bargeld-Transaktionen. Der Kunde fühle sich bereits von Internetunternehmen durchleuchtet. Fiore ist skeptisch, ob sich Banken in diesen Reigen einreihen sollten.

 

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