Av-Finance.com: König Cash regiert weiterhin in Deutschland – aber gehen Banken damit richtig um?

Av-Finance.com: König Cash regiert weiterhin in Deutschland – aber gehen Banken damit richtig um?

König Cash
Deutschland ist das Land des Bargeldes in Westeuropa. Das belegt der PYMNTS Global Cash Index. In keinem anderen westeuropäischen Land ist der Bargeldanteil so hoch wie in der Bundesrepublik: 20,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2016, das entspricht knapp 650 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im Vereinigten Königreich sind es 11,3 Prozent und in den Niederlanden 7,1 Prozent.

Die Autoren des Global Cash Index vermuten zwar einen leichten Bargeldrückgang in Deutschland in den nächsten Jahren, weil immer mehr jüngere Menschen ihre Geschäfte mit elektronischen Zahlungsmitteln abwickeln werden.  Im Vergleich zu anderen Ländern wird Bargeld jedoch langfristig das Zahlungsmittel Nummer Eins in Deutschland bleiben.

Bargeld ist für Banken teuer, weil viele Kosten (Logistik, Sicherheit, Management) damit verbunden sind. Deshalb sollten sich deutsche Banken überlegen, wie sie zum einen mit innovativen Software-Lösungen die Kosten senken können, und zum anderen, wie sie den Übergang zu mehr bargeldlosem Zahlungsverkehr optimal unterstützen können. Vincenzo Fiore, CEO bei Auriga, fasst die Möglichkeiten zusammen:

Erfolgreiches Omnichannel-Banking kann den Bargeldanteil sinken lassen
„Um den deutschen Bankkunden den Umstieg auf den bargeldlosen Zahlungsverkehr schmackhaft zu machen, müssen Banken künftig verschiedene Dinge gewährleisten können: Ein ganz entscheidender Punkt ist, dass Kunden ihr Geld auch sicher verwahrt wissen, wenn sie es nicht physisch im Geldbeutel haben. Dazu sollten Finanzhäuser eine Omnichannel-Banking-Strategie verfolgen, die dem Kunden das Gefühl gibt, dass sich seine Bank um ihn kümmert und auf sein Geld achtet. Dazu müssen sie in der Lage sein, ihre Kunden auf jedem Endgerät zu erreichen – nicht nur um sie zu beraten, sondern um ihnen Möglichkeiten für ihre Bankgeschäfte und stetige Transparenz über den Kontostand zu bieten. Egal ob auf dem Smartphone, Tablet oder am Self-Service-Automaten in der Filiale, der Kunde muss überall in der Lage sein, sein Geld zu verwalten und persönliche Konsultation zu bekommen.

In der Zwischenzeit: Bargeldkosten senken
Noch hat Deutschland die größte Geldautomaten- und Bankfilialen-Dichte in Westeuropa, wie der PYMNTS Global Cash Index zeigt. Auf 100.000 Einwohner kommen 105 Geldautomaten – der westeuropäische Durchschnitt liegt bei 90. Dazu gibt es in Deutschland 41 Bankfilialen pro 100.000 Einwohner, im Rest Westeuropas sind es 38. Weil die Liebe der Deutschen zu Bargeld nur langsam abnehmen wird, müssen Banken versuchen, den Umgang mit Scheinen und Münzen so effizient wie möglich zu handhaben. Dazu zählt, die Logistik effektiv zu gestalten, die Sicherheitsstandards für Bargeld zu garantieren und das Bargeld-Management so weit es geht zu automatisieren. Mit der geeigneten Software-Lösung können diese drei Punkte Hand in Hand optimiert werden. Denn innovative Technologien antizipieren durch Datenanalyse, -vorhersage und selbstlernende Maschinen, wo gerade wie viel Bargeld gebraucht wird und reagieren dementsprechend. Das führt dazu, dass auch Transport- und Sicherheitskosten sinken. Insgesamt können Finanzhäuser so ihre Kosten innerhalb von eineinhalb Jahren um bis zu 25 Prozent senken.

Wer also jetzt reagiert und einerseits mit innovativen Software-Lösungen die Bargeldkosten senkt, kann andererseits gleichzeitig in seine Omnichannel-Banking-Strategie investieren, um langfristig Kunden zu gewinnen und sie durch eine optimale Nutzererfahrung auch halten.“

 

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