Springer Professional: “Die Bankfiliale bleibt wichtige Anlaufstelle”

Springer Professional: “Die Bankfiliale bleibt wichtige Anlaufstelle”

Während die Skepsis gegenüber der Bankenbranche steigt, stehen Bankberater und ihr Know-how bei den deutschen Kunden hoch im Kurs. Selbst die Generation Z bevorzugt laut einer aktuellen Studie das persönliche…

Während die Skepsis gegenüber der Bankenbranche steigt, stehen Bankberater und ihr Know-how bei den deutschen Kunden hoch im Kurs. Selbst die Generation Z bevorzugt laut einer aktuellen Studie das persönliche Gespräch in der Filiale.

Für die junge Generation gilt das Internet bei vielen Fragen als wichtigste Informationsquelle. Dennoch fand die aktuelle Postbank Digitalstudie 2018 heraus, dass sich 80 Prozent der 18- bis 34-Jährigen gerne in der Filiale persönlich und ausführlich beraten lassen, wenn es um Themen wie Festgeldkonto, Baufinanzierung oder Wertpapiere geht. In der Altersgruppe über 35 Jahre sind es erstaunlicherweise vier Prozent weniger.

Internet ersetzt nicht das persönliche Gespräch
„Junge Menschen nutzen das Internet wie selbstverständlich, um sich einen Überblick über ein Thema zu verschaffen, bevorzugen bei wichtigen Entscheidungen aber den direkten Austausch mit fachlich kompetenten Personen. Und das mehr noch als ältere Generationen“, erklärt Thomas Mangel, Chief Digital Officer von der Postbank. So tauschen sich mehr als 80 Prozent der jungen Deutschen auch mit ihrer Familie oder Freunden über Geldanlageprodukte aus, weil sie komplexe und individuelle Fragen lieber in persönlichen Gesprächen klären. Bei den Älteren sind es nur knapp 60 Prozent.

Die Vorliebe der Kunden, sich persönlich bei der Hausbank beraten zu lassen, bestätigte auch Vincenzo Fiore, Mitgründer und Chef der Kommunikationsberatung Auriga, in einem Interview mit dem Bankmagazin (Ausgabe 4/2018): „Die Bank‡liale ist nach wie vor wichtig für die Kundenbindung, trotz vermehrter Schließungen.“ Seiner Ansicht nach investieren die Geldhäuser in die verbleibenden Standorte, um sie smarter und attraktiver für die Kunden zu gestalten. Er sieht die Filiale der Zukunft als Cross-Selling-Point für Geldhäuser, sofern sie technologisch richtig ausgestattet sind. „Die Nutzung dieser Technologien bedeutet allerdings nicht, den persönlichen Kontakt zu vernachlässigen. Aus diesem Grund erwägen bereits viele europäische Finanzinstitute ein neues Filialformat: eine Customer Digital Experience Zone, in der Kunden verschiedene Self-Services erledigen, wobei sie sich auch von einem Bankmitarbeiter beraten lassen können.“

Männer halten sich für kompetenter
Wie die Befragung von über 3.000 Bundesbürgern ab 18 Jahren weiter zeigt, halten sich die Bankkunden aber nicht für generell uninformiert in Finanzangelegenheiten. Junge wie ältere Deutsche bescheinigen sich demnach zu etwa 40 Prozent ein „gutes“ oder sogar „sehr gutes“ Wissen über Anlagethemen. Allerdings halten sich mit 51 Prozent wesentlich mehr Männer für kompetent in diesem Bereich als Frauen mit nur 35 Prozent.

Monika Müller bringt im Buchkapitel „Unternehmen und Finanzentscheidungen“ das Anlageverhalten und damit auch das Finanzwissen von Frauen in Zusammenhang mit ihrem gesellschaftlichen Umfeld (Seite 46): „Neuere Studien legen nahe, dass die finanzielle Risikobereitschaft zum großen Teil anerzogen ist.“ Sie führt eine englische Studie an, nach der sich Mädchen in gemischtgeschlechtlichen Schulen weniger risikobereit entwickelten als solche auf reinen Mädchenschulen. Dies dürfte laut Autorin auch im Hinblick auf alle Finanzentscheidungen von Frauen einen großen Einfluss haben.

Doch ganz gleich, wie viele Finanzkenntnisse sich die Befragten selbst zuschreiben, ihrer Hausbank vertrauen sie laut der Digitalstudie deutlich mehr als dem deutschen Bankwesen insgesamt. 72 Prozent sprechen ihrem Berater ein „hohes“ oder sogar „sehr hohes“ Vertrauen aus. Für die Finanzbranche im Allgemeinen gilt das nur bei 42 Prozent der Bundesbürger.

Immobilien als Geldanlage gefragt
Wie die Postbank weiter herausfand, besitzt knapp die Hälfte der Befragten trotz niedriger Zinsen ein Sparbuch. Nur nur rund jeder Fünfte hat Aktien. Fonds besitzen 15 Prozent, weitere fünf Prozent investieren in ETFs. Jeder Fünfte besitzt oder finanziert demnach eine oder mehrere Immobilien. Das ist ein Plus von drei Prozent gegenüber 2017. Auf Luxusgüter wie Oldtimer oder Wein setzen immerhin vier Prozent der Bevölkerung.

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